Hannes Goullon

o.T. #39/17

Han­nes Goullon setzt in sei­nen Gemäl­den auf eine rei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on durch Far­be und Form ohne jeg­li­chen Bezug zur Gegen­ständ­lich­keit. Sei­ne Wer­ke stel­len in gewis­ser Wei­se einen Dia­log dar, den der Künst­ler mit sich selbst führt. Das Hin­zu­fü­gen einer Far­be oder Form ist immer eine Reak­ti­on auf die bereits auf­ge­tra­ge­nen Schich­ten. Leicht ver­liert sich der Betrach­ter in dem Ver­such den dar­ge­stell­ten For­men Bedeu­tun­gen aufzuerlegen.

Das Ver­lan­gen des Betrach­ters nach ver­meint­lich ver­trau­ten Deu­tungs­mus­ter wird beson­ders in sei­nem Werk #34–15 her­vor­ge­ru­fen, in dem er Buch­sta­ben oder gan­ze Sät­ze, als Grund­la­ge wählt. Die Reduk­ti­on der Buch­sta­ben auf ihre Sub­stanz, ihre Form, führt zu einer Sinn­ent­frem­dung, denn Goullon ent­zieht den Buch­sta­ben durch die­ses Her­un­ter­bre­chen ihre Ein­deu­tig­keit. Damit hin­ter­fragt er nicht nur die Sub­jek­ti­vi­tät der mensch­li­che Wahr­neh­mung, son­dern auch die Unmiss­ver­ständ­lich­keit bekann­ter For­men. Denn was ist ein R außer ein paar Lini­en? Erst durch den Kon­text unse­res Vor­wis­sens wer­den die Lini­en leserlich.

Zuerst wir­ken sie viel­leicht etwas irri­tie­rend, die­se Anspie­lun­gen auf ein bekann­tes Wort, eine bekann­te Form, die Goullon dem Betrach­ter durch Über­ma­lun­gen oder Ver­frem­dun­gen wie­der ent­reißt. Doch viel­leicht ist es gera­de der Pro­zess des Los­lö­sens von vor­ein­ge­nom­me­nen Erken­nungs­mus­tern,  den der Künst­ler durch sei­ne Wer­ke anschie­ben möchte.

Info

Öl auf Leinweind

102cm x 142,5cm

Vita

*1943 in Berlin

Han­nes Goullon lebt und arbei­tet in Stadtbergen.

Beruf­li­cher Werdegang

Infor­ma­tik­stu­di­um

2001 — 2009                Besuch ver­schie­de­ner Klas­sen der Som­mer­aka­de­mie Salz­burg (Radie­rung, Zeich­nung, Malerei)

2005 — 2010                Beschäf­ti­gung mit Holzbildhauerei

2009 — 2015                regel­mä­ßi­ger Unter­richt bei aus­ge­wähl­ten Malern

seit 2010                     eige­nes Atelier

seit 2013                     Mit­glied im BBK Schwa­ben Nord und Augs­burg e. V.

Grup­pen­aus­stel­lun­gen (Aus­wahl)

2017                            39. Ost­all­gäu­er Kunst­aus­stel­lung der Stadt Marktoberdorf

2017                            Frei­raum – Neue Mit­glie­der, Edi­ti­on I, BBK — Gale­rie Augsburg

2015 — 2017                Gro­ße Nord­schwä­bi­sche Kunst­aus­stel­lung 2015, 2016, 2017

2011 — 2016                63., 64. 65., 67. und 68. Gro­ße Schwä­bi­sche Kunstausstellung

Ein­zel­aus­stel­lun­gen

2018                            Der Land­kreis zu Gast in der Schwä­bi­schen Galerie

„Han­nes Goullon Malerei“

2015                            Aus­stel­lung mit Gäs­ten in der BBK-Gale­rie in Augsburg

„Seil­tanz – Die Suche nach dem Bild“

Ausstellungen u. a.:

Gro­ße Schwä­bi­sche Kunst­aus­stel­lung (über 20 Teil­nah­men), Aus­stel­lun­gen zum Schwä­bi­schen Kunst­preis (2 Teil­nah­men), Baye­ri­sche Kunst unse­rer Tage (Staats­ga­le­rie Bra­tis­la­va), Kaf­ka-Aus­stel­lung (Tanz­haus Prag), BBK-Gale­rie (Linz), Gale­rie Vita (Bern), Gale­rie Cor­ti­na (Mai­land)

Weitere Kunstwerke in der Artothek

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